Homosexualität in der Karibik

Homosexualität wird immer noch in einigen Staaten der Karibik, wie beispielsweise in Jamaika, Belize oder Guyana staatlich verfolgt und kriminalisiert. Aber auch in den anderen Staaten des mittelamerikanischen und karibischen Raums sind Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Übergriffe auf Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität noch an der Tagesordnung und werden meist nicht oder nur widerwillig von Strafbehörden verfolgt. Um auf diese menschenunwürdige Situation aufmerksam zu machen, haben sich 15 LGBTI Nichtregierungsorganisationen aus den Mitgliedsstaaten der Comunidad del Caribe (Caricom) zusammengeschlossen, um zusammen vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) diese Situation anzuklagen und die Mitgliedsstaaten aufzufordern, Diskriminierung und Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität entschieden entgegenzutreten und geeignete Maßnahmen zu treffen, um diese Art der Ausgrenzung und Verfolgung zu beenden. Joel Simpson Vizepräsident der Sociedad contra la discriminitación por orientación sexual  de Guyana (SASOD) erklärte, man erwarte, dass die Kommission die Organisationen empfangen werde und ihnen die Möglichkeit gegeben werde, ihr Anliegen auf einer speziellen Sitzung vor zu tragen. Er betonte außerdem, dass es bereits seitens der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zahlreiche Resolutionen gebe, die die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität anklagen und verurteilen. Darüber hinaus hätten sich die Mitgliedsstaaten der OAS bereit erklärt, diese Diskriminierungen zu verfolgen und entsprechende Gesetze, die homosexuelle Handlungen kriminalisieren, abzuschaffen. Die Organisation SASOD und die anderen Organisationen erhalten gleichzeitig Rückendeckung von der International Gay and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) und von anderen amerikanischen Menschenrechtsorganisationen. Die ersten Staaten der Caricom haben bereits damit begonnen, Positionen und Strategien zu erarbeiten, um gerade sexuelle Minderheiten besser gegen Menschenrechtsverletzungen schützen zu können. Auf der anderen Seite sind es gerade jedoch die ehemaligen Kolonien des britischen Empire in der Karibik, die sich weigern die Gesetze, die teilweise noch aus der viktorianischen Zeit stammen und Homosexualität kriminalisieren, zu reformieren und einen geeigneten Diskriminierungsschutz auf gesetzlicher Ebene auf den Weg zu bringen.

Quelle:

http://www.univision.com/contentroot/wirefeeds/noticias/8280446.shtml

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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