Veranstaltung:Zwischen Freiheit und Gewalt – Lesbische Frauen in Südafrika und Uganda

Multimedialer Vortrag mit Claudia Körner, Ethnologin und Expertin für Südafrika und Uganda.

 
Wann: 10. 6. 2010, 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: BEGINE – Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V. Potsdamer
Straße 139, 10783 Berlin-Schöneberg
 
Wer Fußball schaut darf den Blick vor Menschenrechtsverletzungen nicht
verschließen
Südafrika nahm weltweit als erstes Land ein Verbot der Diskriminierung
aufgrund sexueller Orientierung in die Verfassung auf. 1999 wurden
gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkannt, 2002 homosexuellen Paaren
die Adoption erlaubt. 2006 schließlich führte Südafrika als fünftes Land der
Erde die Gleichstellung der Homo-Ehe ein. 
 
Zwischen Gesetz und alltäglicher Wirklichkeit
Für die meisten Lesben und Schwulen in Südafrika ist allerdings nicht die
vordringlichste Frage, ob sie heiraten oder Kinder adoptieren dürfen, denn
für viele geht es um’s nackte Überleben. Insbesondere lesbische Frauen sind
in den Townships mit Gewalt und rückständigen Verhaltensmustern
konfrontiert. Beleidigungen, Prügel und Vergewaltigungen sind alltägliche
Phänomene. Vergewaltigung gilt als „korrigierend“. Etliche Schwarze
lesbische Aktivistinnen wurden in den letzten Jahren grausam ermordet,
oftmals von Männern ihrer eigenen Schwarzen Community. Im Taumel der
bevorstehenden Austragung der Fußball-WM ist zu befürchten, dass die
Übergriffe zunehmen.
 
Uganda - Wachsendes Selbstbewusstsein und erhöhte gesetzlicher Verfolgung
Außerdem wirft Claudia Körner einen Blick auf die aktuelle Situation in
Uganda. Dort wird derzeit ein Gesetzesentwurf diskutiert, der unter anderem
lesbische Frauen stärker kriminalisieren soll. Folge der aus diesem Gesetz
resultierenden, veränderten  rechtlichen Praxis wäre, dass sich die seit
Jahren ohnehin angespannte Lage nicht nur für Lesben sondern gleichfalls für
schwule Männer, bisexuelle – und transsexuelle Menschen zuspitzen würde. 
 
Aktivistinnen und ihre Projekte und Organisationen
Vorgestellt wird das Lesbian and Gay Equality Projekt (LGEP) aus
Johannisburg. Neben dem politischen Engagement organisiert LGEP
Rechtsberatung und psycho-soziale Beratung für traumatisierte Frauen. 
 
Anders als in Südafrika ist die Organisation von Widerstand gegen die
eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Uganda illegalisiert.
Zusammenschlüsse der Community sind nur im Untergrund möglich. Claudia
Körner berichtet von ihren Begegnungen.
 
Nach einer Idee von Spinnboden in Kooperation mit BEGINE. Veranstalter
Bildungswerk der Heinrich Böll Stiftung e.V. Realisiert aus Mitteln der
Stiftung Deutsche Klassenlotterie.
 

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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