Diskussion: Menschenrechtsverletzungen der Medizin an Intersexuellen/Trans*

Im nachfolgenden möchten wir auf eine Veranstaltung der Queer-Grünen zum Thema Trans- und Intersexualität hinweisen.

Kontrollierte Körper und beschädigte Psychen:
Menschenrechtsverletzungen der Medizin an Intersexuellen und Trans*

Wann ? Dienstag, dem 8. Juni 2010, 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Wo ? Sonntags-Club e.V., Greifenhagener Str. 28, Prenzlauer Berg

Wird ein Kind mit uneindeutigem Geschlecht geboren, werden – oft schon kurz nach der Geburt – sogenannte „geschlechtsangleichende Operationen“ vorgenommen, um dem Kind ein „eindeutig“ männliches oder weibliches Geschlecht zuzuweisen. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich dabei um medizinisch nicht notwendige Operationen. Als Erwachsene leiden diese von der Medizin als „intersexuell“ definierten Menschen oft massiv an den traumatischen Eingriffen und ihren Folgen. Viele wünschen sich ihr „uneindeutiges“ Ursprungsgeschlecht zurück.

Trans*-Menschen stehen einem Heer von PsychologInnen, medizinischen GutachterInnen und ÄrztInnen gegenüber – selbst wenn sie nur ihren Vornamen an ihre Geschlechtsidentität anpassen möchten. Die Änderung des Personenstandes ist an „geschlechtsangleichende“ Maßnahmen geknüpft, die nicht immer in dieser Form und diesem Umfang gewollt sind. Dabei schreibt das Gesetz eine dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit vor, was einer Zwangskastration bzw. -sterilisation gleichkommt.

In beiden Fällen tritt die Medizin als Machtinstanz auf den Plan, die das Bedürfnis der Gesellschaft nach klaren Geschlechtsidentitäten und normierten Körpern bedient und an den betroffenen Menschen exekutiert.

Die LAG QueerGrün von Bündnis 90/Die Grünen Berlin lädt zu einem öffentlichen Fachgespräch ein:

Gemeinsam mit Ihnen und Euch, mit Vertreter_innen der Intersex- und Trans*-Community sowie mit Akteur_innen aus Politik und Medizin möchten wir die Frage erörtern, ob und wie die Macht der Medizin eingeschränkt und die Situation von Trans*-Menschen und Intersexuellen verbessert werden kann.

Auf dem Podium:

– Ulrike Klöppel, Institut für Geschichte der Medizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin

– Monika Lazar, MdB, Sprecherin für Frauenpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen

– T J C, Gender- und Queer-Aktivist_in

– Lucie Veith, Intersexuelle Menschen e. V.

– Jörg Woweries, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin

Moderation: Sarah Radtke, LAG QueerGrün

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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