08.März 2010 Internationaler Frauen Tag:Frauen-Lesben-Trans-Demo zum Frauenknast

Im nachfolgenden veröffentlichen wir den Aufruf zu einer Demonstration anlässlich des Internationalen-Frauen-Tages am 08.03.2010.

Frauen-Lesben-Trans-Demo zum Frauenknast
WOMEN-LESBIAN-TRANS DEMO TO THE WOMEN´S JAIL.
FEMME-LÈSBIENNE-TRANS DÉMO À LA PRISON DE FEMMES. KADIN HAPISHANESINE KADIN-LEZBIYEN-TRANS YÜRÜYÜSÜ.

8.März 18 Uhr S-Bahn Pankow
Es geht ein Märchen durch die Welt…

Die Emanzipation scheint heute, wenn Frau nur will – zumindest
hier in der kapitalistischen „ersten“ Welt-verwirklicht. Die
unterdrückte Frau gibt’s anderswo, Homo- und Transphobie
sowieso. Mit Kriegen, im Paket der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, Zivilisation und Demokratie soll sie nun
auch noch den anderen beigebracht werden. Was für eine
schöne neue Welt! Immer noch stellen Frauen einen hohen Anteil der Gering Verdiener/innen und werden bei gleichen Qualifikationen
schlechter als ihre männlichen Kollegen bezahlt. Obwohl manche Frauen in beruflichen Positionen aufsteigen, wird schlecht bezahlte und schlecht angesehene Arbeit immer noch von denjenigen gemacht, die arm sind, wenig Bildung und/oder migrantischen Hintergrund haben. Immer noch arbeiten Frauen in unsicheren Verhältnissen und sind betroffen von sexualisierten Belästigungen und Gewalt. Und Frauen können zusätzlich unter komplexeren
Unterdrückungsmechanismen leiden, wenn sie zum Beispiel die Landessprache nicht sprechen, keine Papiere haben, „anders“ aussehen, lesbisch, Transsexuell, Transgender oder
Intersexuell sind…
Immer noch werden Frauen wie Männer konstant zum klassischen Rollenverhalten erzogen, welches ihnen sagt, wie sie zu sein haben, wen sie zu lieben haben und dass es jenseits von den zwei vorgegebenen Geschlechtern „Mann“ und „Frau“ keine gesellschaftliche Anerkennung gibt. Immer noch werden Frauen permanent auf die herrschenden Schönheitsnormen getrimmt und stecken selbst viel Zeit und Energie in die alltäglichen Strategien, um sich dem Ideal aus der Werbung anzunähern und gehen zum Beispiel bei Essstörungen und Diäten an die eigenen Grenzen. Immer noch werden Frauen als Sexualobjekte wahrgenommen und belästigt und ausgebeutet. Immer noch sind es in erster Linie sozial und ökonomisch benachteiligte Frauen, die von Repression betroffen sind und nicht die Mittel und Möglichkeiten haben, sich dem Knastsystem zu entziehen. Frauen, die nicht an die gesellschaftlichen Rollen und Normen sich anpassen wollen oder können, landen schnell in der Psychiatrie oder im Knast.
Wir gehen heute zum Knast Pankow, weil wir zeigen wollen, dass die Frauen drinnen nicht allein sind. Jede von uns ist vom Knast bedroht. Wir müssen die Mauern sprengen, die uns trennen.
Weil: DIESES MÄRCHEN IST NICHT UNSER!
Jeder einzelne Kampf ist wichtig, überall, und gemeinsam sind wir stark! Wir grüßen alle kämpfenden Mädchen, Frauen, Lesben, Transgender, sichtbar und unsichtbar, auf der Straße, zu Hause, in Schulen und Betrieben, auf dem Arbeitsamt, im Knast, in der Psychiatrie und im Exil.

Warum ist der 8. März Internationaler Frauentag?
Frauen kämpf(t)en für Wahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und Emanzipation. Am 8. März 1857 streikten in New York die Textilarbeiter_innen gegen die schlechten Arbeitsbedingungen.
In New York, Manhattan, St. Petersburg, um nur einige Städte zu nennen, kämpften Frauen aktiv in den Fabriken. 1910 rief die Zweite Internationale Sozialistische Frauenkonferenz den Frauentag aus. 1921 wurde sich für das Datum des Petersburger Frauenaufstandes von 1917, dem 8. März, als internationalen Frauentag entschieden. Mit Beginn der Frauenbewegung ab den 60ziger Jahren in den westeuropäischen Ländern ist der Tag wieder als Kampftag aufgegriffen.

Quelle:

Lesbenberatung Berlin e.V.                                                               http://www.lesbenberatung-berlin.de/

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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