Diskussion über Adoptionsrecht für Homosexuelle im Europarat

Der Europarat wird sich in dieser Woche verstärkt mit der Bekämpfung von Homophobie in den Mitgliedsstaaten des Rates beschäftigen. Zu den Kernthemen der Unterredungen wird nicht nur die Frage nach einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Menschen/Paare gehören, sondern es wird ebenso die Frage des uneingeschränkten Zugangs zu künstlichen Befruchtungsmaßnahmen für gleichgeschlechtliche Paare diskutiert werden. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Bekämpfung von  Ausgrenzung und Benachteiligung, von Menschen aufgrund ihrer sexuelle Identität, thematisiert werden.

Des Weiteren werden die ExpertInnen allen Mitgliedsstaaten empfehlen geeignete Beobachtungsmaßnahmen und Statistiken zu entwickeln, die das Aufkommen von direkter und indirekter Diskriminierung aufgrund von “sexueller Orientierung/Identität”  dokumentieren. Nur so können, nach gängiger Meinung der Experten, geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer “sexuellen Orientierung/Identität” getroffen werden. Die Gespräche und Ansätze die diskutiert werden, gehen in ihrem Grundgedanken auf die “Französische Resolution” zurück, die im letzten Jahr von Frankreich und Holland in die UN eingebracht wurde. Die Gespräche innerhalb des Rates sind von besonderem Interesse, da auch nicht EU-Staaten zu den Mitgliedern gehören. Gerade in Russland, in Staaten des Balkans und Staaten Asiens ist die Lebenssituation für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans-idente Menschen prekär.

Information zum Rat:

Die Mitgliedsstaaten des Europarates übersteigen in ihrer Zahl die EU Staaten, da nicht nur Mitglieder der EU dazu zählen, sondern zahlreiche  weitere Staaten ebenso.

Weitere Mitgliedsländer sind:

Türkei, Zypern, Albanien, Moldawien, Ukraine, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Russische Föderation, Kroatien, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro

Die Zahl ist seit Anfang der 90er Jahre auf 47 gewachsen. In der Parlamentarischen Versammlung genießen Kanada, Israel und Mexiko, im Ministerkomitee die USA, Kanada, Japan und der Heilige Stuhl Beobachterstatus.

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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