Wir möchten heute auf folgende Tagung am 21.11.2009 an der FU Berlin-Fachbereich Rechtswissenschaft aufmerksam machen.
Welche Bedeutung hat Gender im Recht, welche Beziehungen bestehen zwischen Recht und Gender? Ist Feministische Rechtswissenschaft einseitig, politisch und damit unwissenschaftlich? Oder ist sie erkenntnisfördernd, intellektuell fruchtbar und wissenschaftlich notwendig? Stellt sie eine sozial schädliche Absurdität dar, wie es ein emeritierter Jura-Professor jüngst formulierte? Oder haben sich feministische Perspektiven mittlerweile überholt?
Jedenfalls verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung ein lebendiger Teil der Rechtswissenschaft, breit gefächerte Literatur und aktive Forschung basierend auf der These, dass das bestehende Recht in seinen Strukturen und Auswirkungen nicht neutral ist, sondern geschlechterspezifische Ungleichheiten produziert.
Einen Ausschnitt aus dieser Forschung wollen wir auf der Tagung darstellen und sowohl einen thematischen Einstieg ermöglichen als auch ein Forum für kontroverse Diskussionen bieten. Eingeladen sind vor allem Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs aus den Bereichen Rechtswissenschaft, Politologie, Soziologie, Gender Studies und Philosophie, aber auch alle anderen Interessierten.
Programm:
10.00 Uhr
Begrüßung
10.15 bis 11.45 Uhr
Friederike Wapler: Geschichte der Feministischen Rechtswissenschaft
12.00 bis 13.00 Uhr
Michael Wrase: Gleichberechtigung und Selbstbestimmung nach dem Grundgesetz;
Sonja Buckel: Bezüge zwischen materialistischer und feministischer Rechtstheorie
Mittagspause
14.00 bis 15.00 Uhr
Ulrike Lembke: Das Opfer als Sexualobjekt – Geschlechterstereotypen und kulturelle Muster in der Strafverfolgung von Sexualdelikten;
Alexander Klose: Stereotype und Vorurteile in Urteilsbegründungen zum Antidiskriminierungsrecht im Fokus von Gender
15.15 bis 16.15 Uhr
Sandra Lewalter: Gender Mainstreaming – Theorie, Praxis & Kritik;
Daniela Hrzan: ‘Harmful Traditional Practices’ und geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen an Frauen: Anmerkungen zur Notwendigkeit einer intersektionalen und rassismuskritischen Perspektive
16.30 bis 18.00 Uhr
Abschlussrunde
Anmeldung:
Eine Anmeldung ist nicht unbedingt erforderlich, erleichtert uns aber die Organisation. Bitte an:
ulrike.mueller@fu-berlin.de oder juliane.ottmann@fu-berlin.de
Die Veranstaltung wir durch den Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin mit Frauenfördermitteln unterstützt.

