Albanien prüft Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe

30.06.2009

Wie aus Regierungskreisen in Tirana bekannt wurde, prüft die albanische Regierung die Einführung der “Homo-Ehe”.  Der Gesetzentwurf, den maßgeblich NGOs’ aus dem LGBTI Bereich mitprägten, wurde nach Angaben des Ministerpräsidenten Sali Berisha bereits ins Parlament eingebracht und soll in den nächsten Wochen diskutiert werden. Der Entwurf kam für Beobachter überraschend, da Homosexualität bisher ein Tabu Thema war und in der Öffentlichkeit nicht darüber diskutiert wurde. Im Jahr 1995 wurde Homosexualität als Straftatbestand abgeschafft, jedoch haben besonders der Islam und auch die Katholische Kirche einen erheblichen Einfluss in Albanien. Es ist zu erwarten, dass über den Entwurf ein heftige Diskussion entflammt.  Der albanische Ministerpräsident selbst, unterstützt nach eigenen Angaben den Entwurf und sagte:

“Unabhängig von der Debatte, die dieses Gesetz auslösen wird, denke ich, die Diskriminierung ist inakzeptabel.”

Ferner klassifizierte er die gleichgeschlechtliche Ehe als “EU-Standard” den es zu erreich gilt. Der Jurist Goran Miletic aus Belgrad, der selbst für eine NGO im LGBTI Bereich arbeitet, sagte der BBC, dass der Gesetzesentwurf ein wichtiger Schritt vorwärts für Albanien sei.

Der Entwurf, an dem auch das schwedische Helsinki Komitee beteiligt war, richtet sich nach Angaben von Elsa Ballauri (NGO- Freiheiten & Menschenrechte) auch gegen die Diskriminierung  am Arbeitsplatz und gegen die Benachteiligung durch Behörden.

Ballauri sagte dem österreichischen Standard in diesem Zusammenhang: “Die Homosexuellen sind eine Gruppe Menschen, die ein schwieriges Leben führen, ausgegrenzt von den Familien, der Gesellschaft, dem Staat und oft auch von sich selbst.”

Albanien hatte Ende April diesen Jahres den Beitritt zur EU beantragt und würde durch die Einführung der Gleichstellung sicherlich weitere Punkte sammeln die einen EU Beitritt erleichtern.

Weitere Informationen findet ihr unter:

http://diestandard.at/1246543346096/In-Albanien-wird-gleichgeschlechtliche-Ehe-erwogen

http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/8177544.stm

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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