Internationaler Tag gegen Homphobie 2009

Zum internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai  möchte das CSDSO auf die anhaltenden Diskriminierungen und Verfolgungen von Lesben, Schwulen, Transgendern, Transsexuellen und Intersexuellen(LGBTI) rund auf dem Globus aufmerksam machen. Am Ende des Jahres 2008 waren noch in 86 UN-Mitglieds Staaten gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen verboten. Unter diesen 86 Staaten gib es noch 7 die die Todesstrafe dafür aussprechen.

In vielen Fällen sind Unkenntnis, Vorurteile und Angst verantwortlich für die Diskriminierung und Verfolgung von LGBTI. Die fortwährende Kriminalisierung geht besonders in ehemaligen Kolonialstaaten auf die viktorianische Gesetzgebung zurück.  Somit kann gesagt werden, dass in Ländern wie Uganda oder auch Indien, die Gesetze sehr stark europäisch geprägt sind. Nun sollten besonders die ehemaligen Kolonialstaaten und die EU darauf hinarbeiten Diskriminierung und Verfolgung von LGBTI in allen Ländern zu beenden und es auch in die Strategien ihrer Außenpolitik mitaufnehmen. In diesem Zusammenhang sollte auch die europäische Entwicklungspolitik Konzepte wie die “Yogyakarta Principles” aktiv fördern und in Ländern mit denen Kooperationen bestehen anwenden (beispielsweise auch in Afghanistan). Die Yogyakarta Prinzipien unterstreichen, dass die Menschenrechte für alle Menschen gelten, egal welche sexuelle Orientierung sie haben mögen. Menschenrechtsverletzung die LGBTI wegen ihrer sexuellen Orientierung/Geschlechter Identität erfahren müssen sind daher genauso zu verfolgen, wie Diskriminierungen die aufgrund von Rasse, Religion oder Geschlecht erfolgen. Kulturelle oder religiöse Legitimationen für solche Verfolgungen können und dürfen nicht hingenommen werden, da sie gegen die grundlegendsten Rechte eines jeden Menschen verstoßen.

Im nachfolgenden können Sie in dem Bericht “State sponsored Homophobia” von  Daniel Ottosson  (University, Stockholm Mai 2008) nachlesen, in welchen Ländern auf welcher gesetzlichen Grundlagen eine strafrechtliche Verfolgung von LGBTI existiert. Es sollte gleichzeitig ein Ansporn sein, besonders in diesen Länder die Ziele und Prinzipien aus Yogyakarta zu fördern und zu unterstützen. In Indien sind bereits erste Schritte zu erkennen, die auf eine baldige Beendigung der Verfolgung von LGBTI hoffen lassen. Jedoch müssen und sollen die “Yogyakarta Prinzipien” oder einfacher gesagt die Menschenrechte auch in der EU, in Deutschland und in Berlin gelebt und vor allem auch benutzt werden. Die Vorfälle in Schöneberg haben gezeigt, dass es nicht reicht, dass die Diskriminierung gesetzlich verboten ist, wenn die Gesellschaft nicht diese Gleichstellung auch lebt. Der Weg einer Veränderung kann und muss in diesem Zusammenhang immer der Diskurs mit den unterschiedlichen Parteien, Religionen und Kulturen sein und er muss fortwährend geführt werden.

ilga_state_sponsored_homophobia_2008

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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