Hohe Kommissarin für Menschenrechte Pillay präsentiert ihren Menschenrechtsbericht und wird heftig wegen LGBTI* Bezug attackiert

navi-pillay1Als am vergangenen Donnerstag in Genf die ­Hohe Kommissarin für Menschenrechte Navi Pillay die thematischen Schwerpunkte ihres aktuellen Berichts “Annual report of the United Nations High Commissioner for Human Rights” (A/HRC/22/17) dem amtierenden Menschenrechtsrat (UNHRC ) vorstellte gab es seitens einiger Mitglieder heftige Kritik und den Vorwurf, dass Pillay mit ihrer Fokussierung auf einige Staaten und Themen ihr Mandat verletzen würde. Pillay unterstrich bei der Vorstellung des Report ausdrücklich, dass alle Staaten die Pflich haben “[…] to ensure that no individual faces discrimination on the grounds of sexual orientation and gender identity”1. Nach Berichten der NGO ISHR gab es darauf seitens der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) heftige Kritik, da nach Meinung der OIC eine solche “Staatenpflicht” völkerrechtlich nicht existiere. Die OIC warf Pillay vor sich, mit der Schwerpunktsetzung auf sexuelle Orientierung / Geschlechtsidentität (SOGI), außerhalb der geltenden Menschenrechte und ihres Mandats zu bewegen. Die Vertretung Bahrains äußert in diesem Zusammenhang die Besorgnis, dass “[…] attempts to introduce topics which were not consistent with the religious practices of Arab countries.2.
In den folgenden Diskussionen der nachfolgenden Tage fügte die Vertretung des Irans hinzu : ” […] Iran strongly believed that the Office should focus on concepts which enjoyed universal consensus and in that regard it re-emphasized its strong reservation on the Office of the High Commissioner’s publication on sexual orientation and gender identity.3

Quellen:

1Zitiert nach : International Service for Human Rights (2013):”High Commissioner attacked by States in carrying out her mandate” .Online verfügbar auf http://ishr.us1.list-manage.com/track/click?u=97549cf8cb507607389fe76eb&id=943fe5e638&e=b8ba09a0b1 (Zuletzt geprüft 2013-03-06)

2Vgl. Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (2013):Human Rights Council starts interactive dialogue with the High Commissioner for Human Rights on her annual report .28th February 2013.Online verfügbar auf http://www.ohchr.org/en/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=13060&LangID=E (Zuletzt geprüft 2013-03-06)

3Vgl. Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (2013):Human Rights Council holds General debate on Thematic reports by Secretary-General and High Commissioner for Human Rights. 4th March 2013.Online verfügbar auf http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=13070&LangID=E (Zuletzt geprüft 2013-03-06)

International Service for Human Rights (2013):”High Commissioner attacked by States in carrying out her mandate” .Online verfügbar auf http://ishr.us1.list-manage.com/track/click?u=97549cf8cb507607389fe76eb&id=943fe5e638&e=b8ba09a0b1 (Zuletzt geprüft 2013-03-06)

UN Watch (2012):56 Islamic States Reject UN Debate on Anti-Gay Violence.Letter from UN’s Islamic group to UNHRC President Opposing Panel on Violence Against Gays. Online verfügbar auf http://blog.unwatch.org/index.php/2012/02/17/outrage-at-un-as-56-islamic-states-slam-gays-for-abnormal-sexual-behaviour-urge-silence-on-anti-gay-violence/ (Zuletzt geprüft 2013-03-06)

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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