Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte:Erste Anhörung zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare in Frankreich

Heute findet vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg die erste Anhörung im Fall Gas und Dubois gegen Frankreich (Application no. 25951/07) statt. Die beiden seit dem Jahr 2000 in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebenden Frauen hatten vor dem EGMR gegen die Urteile der französischen Justiz geklagt, die Valérie Gas das Recht verweigerten, das Kind ihrer Partnerin Nathalie Dubois zu adoptieren. Frau Dubois hatte ihr Kind mittels einer anonymen Samenspende im Jahr 2000 in Frankreich geboren. Im Jahr 2002 gingen die beiden Klägerinnen eine eingetragene Partnerschaft ein und im Jahr 2006 beantragte Valérie Gas das Adoptionsrecht. Beide erfüllten zwar die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Adoption jedoch lehnte das Gericht den Antrag mit folgender Begründung ab:

“[…] the adoption would have legal implications which ran counter to the applicants’ intentions and the child’s best interests by transferring parental authority to the adoptive parent and hence depriving the biological mother of her rights in respect of the child […]” (European Court of Human Rights 2011: Chamber hearing in the case Gas and Dubois v. France [Application no. 25951/07]:1)

Nach dem auch das Versailler Berufungsgericht die Ablehnung bestätigte, klagte die beiden Frauen gegen Frankreich, da die Entscheidungen der beiden Gerichte sie in ihren Rechten, die durch die Europäische Menschenrechtskonvention (ERMK) garantiert seien, verletzen würden. Innerhalb ihrer Klage nahmen die Antragstellerin Bezug auf das Recht auf Respektierung des Privat- und Familienlebens Artikel 8 ERMK und auf das Diskriminierungsverbot aus Artikel 14 ERMK .

Die Anhörung wird ab 14:00 Uhr (CET) auf der Internetseite des EGMR übertragen.

Webcast Anhörung

Übersicht : Homosexual Rights in Europe

Mehr auf:

Hearing on French gay adoption refusal

Chamber hearing in the case Gas and Dubois v. France (Application no. 25951/07)

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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