Uganda: Anti-Gay Workshop

In der letzen Woche fand in der ugandischen Hauptstadt Kampala ein dreitägiger Workshop statt, in dessen Zentrum die Gefahren von Homosexualität und die möglichen Heilungschancen von homosexuellen Neigungen standen. Die Veranstaltung wurde von der lokalen Organisation Family Life Network(FLN) organisiert und von amerikanischen Vertretern der religiösen Rechten unterstützt, die auf dem Workshop auch Seminare leiteten. Darunter befanden sich Personen, wie Scott Lively, Don Schmierer und Calab Lee. In der Vergangenheit konnte immer häufiger beobachtet werden, dass die US amerikanische religiöse Rechte ihren Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu verstärken versucht und vermehrt homophobe Ideologien verbreitet.

Die lokale Organisation FLN propagierte auf dem Seminar die “restoration of Ugandan family values and morals” und warnte vor der Gefahr, das sich die Homosexualität wie ein Buschfeuer in ugandischen Schulen ausbreiten würde. In diesem Zusammenhang beschuldigte die FLN LGBTI Aktivisten, das sie aktiv Homosexuelle in Schulen “rekrutieren” würden und sie finanziell dafür belohnten. Darüber hinaus hinterfragten die Referenten die Ursachen von homosexuellen Neigungen und Don Schmierer stellte fest, dass besonders Homosexuelle in ihrer Kindheit von ihren Eltern missbraucht oder misshandelt wurden. Ferner erklärte Schmierer, dass fehlende familiäre Werte und Moralvorstellungen Homosexualität begünstigen würden.

Der ugandische Bischhof Dr. Christoper Ssenyonjo, der LGBTI Organisationen in seinem Land unterstützt und von der angelikanischen Kirche ausgeschlossen wurde, sagte in diesem Zusammenhang:

“This workshop is going to bring more conflict, greater hostility, increased intimidation. We need love…in the long run, love will overcome.”

An dem 3-tägigen Seminar, welches in einem Hotel in Kampala stattfand, nahmen 50 TeilnehmerInnen aus Politik, Bildung, Universität und Religion teil. Unter den TeilnehmerInnen befanden sich auch fünf Vertreter von lokalen LGBTI Organisationen, die vom Seminar berichteten.

Für weitere Informationen empfehlen wir die folgenden Links :

IGLHRC

http://www.iglhrc.org/cgi-bin/iowa/article/pressroom/pressrelease/868.html (abgerufen 2009-03-08)
Blog der teilnehmenden LGBTI Vertreter

http://iglhrc.wordpress.com/ (abgerufen 2009-03-08)

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About Rene Mertens

René Mertens (33) hat Politik / Spanisch und Erziehungswissenschaften an der Freien-Universität / Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) studiert. Sein Arbeitsschwerpunkt am CSDSO liegt im Bereich LGBTI, Vereinte Nationen und Menschenrechte. Neben diesen Arbeitsbereich beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Yogyakarta-Prinzipien in die auswärtige Politik und Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können um einen inklusive Politik zu ermöglichen. Kontakt: Rene.mertens@csdso.org
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